| Kriegsgefallene
Unsere Großfamilie Scherkamp hat – wie viele
andere auch – Opfer in beiden Weltkriegen zu beklagen. Aus meiner
nächsten Verwandtschaft sind dies zwei Großonkel – die
Brüder Hermann und Aloys Scherkamp. Sie waren Söhne meiner
Urgroßeltern Bäckermeister Hermann Scherkamp und Theodora
Brauckmann aus Bottrop – Welheim.
- Hermann,
Sergeant im Infanterie-Regiment 116, Ritter des Eisernen Kreuzes
und Inhaber der hessischen Tapferkeitsmedaille,
geboren am 20.12.1888 in Bottrop, verwundet am 24.03.1918 im
Kampfe und verstorben am 25.03.1918 um 09.00 Uhr in Roisel im
Feldlazarett 38 (Frankreich).
Seit Mitte der 20er Jahre ruht er auf der zweitgrößten
deutschen Kriegsgräberstätte des 1. Weltkriegs in
Maissemy (Département Aisne / Frankreich) in Block 6,
Grab 364. Dieser Soldatenfriedhof entstand infolge der Zusammenlegung
deutscher Gefallener aus den Bereichen von 124 Gemeinden und
aus provisorischen, während der Kämpfe angelegten
Grabstätten im Umkreis von etwa 30 Kilometern.
- Aloys,
Obergefreiter im Infanterie – Regiment 216,
geboren am 12.01.1911 in Bottrop, verwundet
in Rußland im Kampfe und verstorben am 15.01.1942 im Kriegslazarett
bei Biala-Podlaska (Polen).
Er ruht auf einem neu angelegten Soldatenfriedhof
in Pulawy (Ostpolen) in Block 2, Reihe 15, Grab 951. Der Sammelfriedhof
wurde am 07.10.2000 eingeweiht und dient für die in Ostpolen
gefallenen Soldaten. Bisher sind hier etwa 13.300 Kameraden
beigesetzt.
Aloys war seit dem 16.06.1941 in Bottrop verheiratet
mit Maria Schmitz, geb. am 14.06.1909 in Bottrop, gest. am 10.12.1998
in Bottrop als verwitwete Maria Schmidt.
Weitere Schicksale / Opfer unserer Großfamilie
konnte ich – teils privat, teils über den Volksbund Kriegsgräberfürsorge
– in Erfahrung bringen:
- August Scherkamp, gef. am 01.09.1916.
Er ruht auf dem Soldatenfriedhof in Longuyon (Frankreich).
- Ernst Paul Scherkamp,
geb. am 30.08.1912 in Gelsenkirchen-Buer als Sohn der Eheleute
Johann Heinrich Scherkamp und Ida Overbeck, gef. am 07.01.1942
in Burmonwo (Russland). Er ruht vermutlich in Rshew (Russland).
- Heinrich Franz Scherkamp,
geb. am 28.11.1885 in Gelsenkirchen-Buer als Sohn der Eheleute
Theodor Scherkamp und Maria Breuker, gef. am 17.08.1915. Er ruht
auf dem Sodatenfriedhof in Hohrod (Frankreich) am Lingekopf in
den Vogesen (Nähe Colmar).
- Heinrich Scherkamp, geb. am
12.02.1888 in Gelsenkirchen-Buer als Sohn der Eheleute Franz Scherkamp
und Elisabeth Rommerwinkel, gef. am 05.05.1917. Er ruht auf dem
Soldatenfriedhof in Mons-en-Laonnois (Frankreich).
- Heinrich Scherkamp, geb. am
16.01.1910 um 04.00 Uhr in der elterlichen Wohnung zu Essen-Horst
als Sohn der Eheleute Johann Wilhelm Scherkamp und Elisabeth
Maria Stauf, gef. am 18.09.1944.
- Heinrich Peter Scherkamp, geb.
am 31.10.1908 in Gelsenkirchen-Bülse als Sohn der Eheleute
Franz Heinrich Scherkamp und Emilie Sophie Kurpan, gef. im 2.
Weltkrieg.
- Josef Scherkamp, geb. am 31.07.1918
in Essen-Horst als Sohn der Eheleute Ferdinand Scherkamp und Christine
Hitzegrad, gef. am 01.05.1943 auf dem östlichen Kriegsschauplatz.
- Josef Scherkamp, geb. am 23.05.1917
in Gelsenkirchen-Buer als Sohn der Eheleute Hermann Josef
Scherkamp und Anna Schulte, gef. am 01.01.1943 in Stalingrad.
- Julius Scherkamp, geb. am 29.03.1879
in Gelsenkirchen-Buer als Sohn der Eheleute Johann Bernard Scherkamp
und Theodora Lahove, gef. am 11.03.1945. Er ruht auf dem Parkfriedhof
in Essen (Deutschland).
- Theodor Johann Scherkamp, geb.
am 06.05.1924 in Gelsenkirchen-Buer, gef. am 23.01.1945 in Lentschütz.
- Walter Scherkamp, geb. am
01.01.1915, gef. am 01.12.1941 im Raum Moskau.
Zur Ehre und stellvertretend für alle Kriegsopfer
außerhalb unserer Familie Scherkamp gedenke ich an dieser
Stelle meines Großonkels mütterlicherseits, der in
der „Hölle von Verdun“ sein junges Leben ließ „fürs
Vaterland“.

Friedrich Grollmann
geb. am 18.02.1896 um 21.00 Uhr in der elterlichen
Wohnung zu Bottrop,
Boyer No. 43 (später: „Prosperstraße 500. 1“ – zuletzt:
„In der Welheimer Mark 219. 1“), als 6. Kind und 1. Sohn der Eheleute
Hermann Johann Grollmann und Elisabeth Bergforth.
Friedrich verlebte mit seinen 10 Geschwistern
eine glückliche Kindheit im Elternhaus, dem ältesten
Wohngebäude der Stadt, das im Volksmund „Grollmanns Kotten“
genannt und im Jahre 1965 nach rund 230 Jahren Familienbesitz
abgerissen wurde.

Bei seinem Vater lernte er den Beruf des Holzarbeiters
und diente im 1. Weltkrieg als Grenadier der 9. Kompanie des 7.
Garde-Infanterie-Regimentes. Dieses Regiment war vom 23.07.1916
bis zum 21.08.1916 im Chapitre-Wald vor Verdun eingesetzt. Am
01.08.1916 verstarb dort der junge Friedrich in seiner Gefechtsstellung
infolge einer Verwundung.
Um den Gefallenen trauerten die Eltern, 2 Brüder
und 8 Schwestern.
Friedrich Grollmann ruht heute in einem Massengrab
auf dem Deutschen Soldatenfriedhof in Hautecourt (Frankreich);
ca. 12,5 km nordöstlich von Verdun.
W a r u m das
alles?

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